Düsterwald

Die Äste peitschen mir ins Gesicht
Ich rieche die Angst hier im Wald
Und vertraut ist mir das Düsterlicht
An einem alten Baum mach ich halt
Knorrige Arme zieren seinen Stamm
Blitzeinschläge zeugen von Kämpfen
Ich berühre seine durchfurchte Rinde
Er scheint die Stille im Wald noch zu dämpfen
Die Bäume wirken bedrohend auf mich
Sie entgleiten unter meiner Berührung
Warum hält der Wald mir nicht stand?
Ich sehe nur Trauer und keine Neuerung
Die gerochene Angst gehört diesem Wald
Ich bin sein Übel, das seine Furcht erzeugt
Wenn ich ihn betrete, wird es plötzlich kalt
Dass sich jedes Blatt zitternd vor mir beugt

Bei meinem Gedanken verdorren die Bäume
Wenn Traurigkeit zwischen den Ästen hallt
Verwurzelt zieren sie tränengenässte Säume
Langsam stirbt das Leben hier im Düsterwald

© Stürmchen